Design ist heute ein Schlagwort, an dem keiner vorbeikommt. An Design wird Lebensqualität zur Schau getragen, es gibt zahlreiche Designmessen und der Studienzweig Industriedesign boomt wie nie zuvor. Viele Studenten gehen oft mit der Einstellung in die Ausbildung, dass sie die Welt mitgestalten wollen, dabei fehlen ihnen grundlegende Informationen über ihr späteres Berufsfeld.
Generell wird das Betätigungsfeld nach Gütern unterschieden, wobei Konsumgüter und Investitionsgüter die größte Rolle spielen. Viele angehende Designer denken oft an Package-Design und ihre Innovationen und Ideen mit denen sie den Markt revolutionieren könnten. Doch oft geht es beim Konsumgüterdesign nicht um besondere Formgebung, sondern es regieren die Produktionskosten den Herstellungsprozess und die Werbeeignung das Design. Wer denkt, dass er mit Package-Design und Konsumgüterdesign die Welt revolutionieren wird, ist von der geschäftlichen Realität meist enttäuscht. Nicht die Kunst ist der Antrieb in der industriell orientierten Welt, sondern das Geld und die Machbarkeit bestimmen das Klima.
Bereits durch die Marktforschung wird der Produktnutzen genau vordefiniert, sodass die Designagentur, sobald sie den Package-Design Auftrag erhalten hat, auch gleich ein so genanntes Pflichtenheft mitgeliefert bekommt, in dem die erforderlichen Produkteigenschaften aufgelistet sind und der Produktnutzen explizit dargelegt wird. Auch die Herstellungskosten werden bereits im Vorhinein definiert, sodass dem Design Team lediglich Interpretationsmöglichkeiten in eng gesteckten Grenzen zur Verfügung stehen.
Die Arbeit wird also an den Vorgaben der Anforderungsliste entlang begonnen. Materialien sind ebenso grob bestimmt, wie Farben, Größe und Gewicht. Beim Konsumgüterdesign geht es nun also darum, anhand von ersten Ideen, die immer mit den morphologischen Vorgaben im Hinterkopf, gesponnen werden, Skizzen anzufertigen und Varianten und Details zu entwerfen. Diese Vorschläge werden beim ersten Briefing vorgestellt und nach Entscheidungen des Auftraggebers wird ein Innovationsraum festgelegt. Sodann folgen parallel zum Designprozess Orientierungsphasen mit technologischen und gesellschaftlichen Orientierungsphasen, Ergonomiestudien und Wirtschaftlichkeitsanalysen.
Man kann daraus bereits ersehen, dass eine große Portion Idealismus von Nöten ist, um in diesem Berufsfeld sich selbst noch als Künstler erkennen zu können und nach ästhetischen Maximen zu agieren.
Die Arbeitswelt des Industrial Design
Verfasst von: grape
