Medikamente am Steuer – eine unterschätzte Gefahr

Laut einer Statistik passiert jeder vierte Autounfall in Deutschland unter dem Einfluss von Medikamenten. Dabei handelt es sich aber nicht nur um verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch um Tabletten, die frei in den Apotheken verkauft werden. Vor allem ältere Menschen, die oftmals eine Vielzahl von unterschiedlichen Medikamenten einnehmen müssen, sollten bevor sie sich ans Steuer setzen, unbedingt den Beipackzettel lesen, ob nach der Einnahme das Autofahren überhaupt noch möglich ist.

Welche Medikamente sind besonders gefährlich?

Es gibt viele unterschiedliche Medikamente, die die Fahrtauglichkeit einschränken oder beeinträchtigen können. Das trifft besonders auf fast alle Schlaf- und Beruhigungsmittel zu, aber auch Antidepressiva und Antiallergie Medikamente können dafür sorgen, dass man sich am Steuer nicht mehr ausreichend konzentrieren kann. Selbst vermeintlich harmlose Augentropfen stellen eine Gefahr dar, denn sie schränken das Sehvermögen beträchtlich ein.

Alle, die Medikamente für die Regulierung des Blutdrucks einnehmen, sollten entweder den Beipackzettel des Medikaments genau studieren oder vorher mit dem Arzt darüber sprechen, ob das Mittel Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat. Das Gleiche gilt auch bei einigen Erkältungsmitteln und bei der Einnahme von Hustensaft, wenn er Codein enthält.

Warnzeichen rechtzeitig erkennen

Grundsätzlich gilt: Wer sich krank oder angeschlagen fühlt, sollte weder mit noch ohne Medikamente Autofahren, denn es kann zum Beispiel zu plötzlichen Schwindelanfällen, zu Benommenheit und auch zu Müdigkeit kommen. Das ist hinter dem Steuer immer gefährlich. Die Reaktionszeit kann durch Medikamente verzögert werden und selbst Fahrer, die viel Routine haben, können sich nicht mehr so konzentrieren, wie es im Straßenverkehr sein sollte. Auffahrunfälle können die Folge sein, wenn aufgrund der eingenommenen Medikamente der Abstand nicht mehr richtig eingeschätzt werden kann, und auch wenn es ums Tempo geht, dann sind Fahrten unter dem Einfluss von Medikamenten nicht selten sogar lebensgefährlich.

Besonders gefährdet sind alle, die unter einer Allergie, wie zum Beispiel einem Heuschnupfen leiden. Die meisten Allergiemedikamente machen müde und sollten deshalb nur am Abend und nicht am Tag eingenommen werden. Dazu kommt, dass einige Präparate für eine Bewusstseinstrübung sorgen können, was im Straßenverkehr sehr schnell sehr gefährlich werden kann. Das Gleiche gilt für Antidepressiva, von denen die meisten ebenfalls schlafanstoßend sind und deshalb nur vor dem Schlafengehen eingenommen werden dürfen.

Die Wechselwirkungen beachten

Was viele gerne vergessen oder vielleicht gar nicht wissen. Es gibt bei Medikamenten nicht nur Nebenwirkungen, sondern auch Wechselwirkungen. Bei einer Wechselwirkung handelt es sich um eine Reaktion, die immer dann ausgelöst wird, wenn sich ein Medikament nicht mit einem anderen Medikament verträgt. Wenn am Tag mehrere Mittel eingenommen werden, dann kann es durchaus passieren, dass ein Medikament dabei ist, was sich nicht mit einem anderen verträgt. Das kann ebenfalls zu unliebsamen Reaktionen hinter dem Steuer führen.

Wann macht man sich strafbar?

Der Gesetzgeber behandelt diejenigen, die unter dem Einfluss von Medikamenten Auto fahren, genauso wie diejenigen, die betrunken oder von Drogen berauscht mit dem Auto unterwegs sind. Wer unter Medikamenteneinfluss Auto fährt und dann von der Polizei erwischt wird oder sogar einen Unfall baut, der muss mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg, einem Fahrverbot oder mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Eine Freiheitsstrafe ist aber nur dann fällig, wenn ein Autofahrer unter Medikamenteneinfluss einen schweren Unfall mit Personenschäden verursacht hat oder wenn er wiederholt im Straßenverkehr aufgefallen ist.

Alle, die mehrere verschiedene Medikamente am Tag einnehmen müssen, die sollten vor der Einnahme auf jeden Fall den Beipackzettel sehr genau lesen und die Warnhinweise im Bezug auf das Autofahren ernst nehmen. Wer unsicher ist, sollte mit seinem Arzt sprechen und sich beraten lassen. Wer um die Gefahr wusste, sich trotzdem hinters Steuer setzt und dann einen Unfall baut, der muss sich auch über die möglichen Konsequenzen im Klaren sein.

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