Depressionen im Alter – wenn die Lebensfreude fehlt

Alt zu werden, stellt fast alle Menschen vor eine sehr große Herausforderung. Das Nachlassen der Kräfte, die sichtbaren Zeichen des Alterns, die Veränderungen im familiären und sozialen Umfeld, aber auch der immer näher kommende Tod machen vielen Menschen der älteren Generation schwer zu schaffen. Nicht jeder kann mit den Veränderungen umgehen und viele bekommen Depressionen. Allerdings muss man in diesem Fall unterscheiden, ob es sich tatsächlich um eine erste Erkrankung handelt oder ob es vielleicht nur eine depressive Verstimmung ist. Handelt es sich um eine anhaltende Depression, dann muss ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Eine individuelle Sache

Altern ist immer eine individuelle Sache und jeder Mensch setzt sich mit dem Alter anders auseinander. Die einen beachten die Veränderungen nicht weiter und nehmen das Leben nach wie vor von der leichten Seite, andere haben aber große Schwierigkeiten, den Alterungsprozess zu akzeptieren. Bei diesen Menschen besteht die Gefahr, dass sie an einer Depression erkranken. Die Gründe für eine Depression sind vielfältig. Wenn die Kinder das Haus verlassen, dann ist das für viele Eltern eine schwierige Aufgabe, wenn gute Freunde sterben, dann erinnert das an die eigene Vergänglichkeit und auch wenn die Haare dünner und die Falten tiefer werden, dann kann das eine Belastung sein, die in einer Depression endet.

Nicht jeder, der die 50 überschritten hat, erkrankt auch an einer Depression, aber die Umstellung auf einen anderen, neuen Lebensabschnitt fällt den allermeisten schwer.

Woran erkennt man eine Depression?

Aus medizinischer Sicht unterteilt sich die Depression in drei Grade, nämlich leicht, mittel und schwer. Die Symptome bleiben bei allen drei Graden gleich, nur die Häufigkeit und in der Ausprägung der Symptome unterscheiden sich die jeweiligen Grade. Zu den Symptomen einer Depression gehören unter anderem:

  • Müdigkeit und Schlaflosigkeit
  • Eine gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit
  • Der Verlust von Interesse und Lebensfreude
  • Ein vermindertes Selbstbewusstsein
  • Grundlose Schuldgefühle
  • Kaum Appetit
  • Pessimistische Zukunftsgedanken

Vielen, die an einer Depression erkranken, wird ihre Erkrankung erst sehr spät oder überhaupt nicht bewusst. Dazu kommt, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, über ihre Gefühle oder ihr Seelenleben zu sprechen. Das führt letztendlich dazu, dass sich die Depression langsam aber unaufhörlich verschlechtert.

Wenn den Angehörigen bewusst wird, dass irgendetwas nicht stimmt und sich der Vater oder die Mutter verändern, dann sollten sie den Betroffenen darauf ansprechen und wenn es notwendig wird, auch einen Termin beim Arzt machen.

Medikamente und Therapien

Auch wenn eine Depression eine chronische Erkrankung ist, mit der richtigen Therapie und den richtigen Medikamenten lassen sich die Symptome meist erfolgreich bekämpfen. Eine der Säulen der Therapie ist die persönliche Psychotherapie, die bei Depressionen in jedem Alter gute Erfolgsaussichten hat. Besonders Menschen, die schon etwas älter sind, fällt es leichter, sich einem fremden Menschen gegenüber zu öffnen und über ihre Probleme zu sprechen. Leider fehlt bei vielen Therapeuten die Qualifikation, um ältere Patienten effektiv zu behandeln, oft bleibt es nur bei einer ambulanten Therapie, die mit Medikamenten unterstützt wird.

Die Therapie kann dabei eine echte Hilfe sein, wieder mehr Lebensfreude zu bekommen. Der Therapeut zeigt dem Patienten Wege auf, wie das Leben auch im Alter noch lebenswert sein kann. Oft sind es nur die richtigen Denkanstöße, oft aber auch praktische Tipps, die dabei helfen das Altern anzunehmen und sich mit dem neuen Lebensabschnitt zu engagieren. So profitieren von einer Therapie nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Angehörigen, die sich in der Regel überfordert und auch hilflos fühlen.

Altern ist ein natürlicher Prozess, aber nicht jeder kann sich auch damit abfinden. Wer der Depression aus dem Weg gehen will, der sollte das Alter akzeptieren, aber immer versuchen, so jung wie eben möglich zu bleiben und am Leben teilzunehmen.

Wenn das Leben zur Last wird: Depressionen überwinden, ins Leben zurückkehren *
  • Rolf Merkle
  • Herausgeber: PAL
  • Auflage Nr. 20 (01.01.2001)
  • Taschenbuch: 128 Seiten
Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren. *
  • Ainsley Johnstone, Matthew Johnstone
  • Herausgeber: Verlag Antje Kunstmann
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